Dänemarks hoher Norden
Von P. H. Lundsteen
Grönland gilt als die größte Insel der Erde. Mit seiner Gesamtfläche von über zwei Millionen Quadratkilometern ist es etwa fünfzigmal so groß als das übrige Dänemark oder siebenmal größer als die Britischen Inseln. Vom südlichsten Punkt, dem Kap Farvel, bis zum Kap Morris jesup im Norden ist es ebenso weit wie von Kopenhaoren oder London bis zur Mitte der Sahara. Aber ungefähr fünf Sechstel dieses Landgebiets sind von ewigem Eis bedeckt. Der eisfreie Teil zieht sich an den Küsten entlang, wo gigantische Fjeldformationen die Eismassen im' Innern der Insel einschließen. Die Küstengebirge sind durchzogen von tiefen Fjorden und, besonders in Nord- und Ostgrönland, von Gletschern, die sich vom Inlandeise her ihren Weg zum Meer bahnen. Von den Gletschern reißen sich ungeheure Eismassen los, die als Eisfjelde die Schiffahrt in den grönländischen Gewässern erschweren, und außerdem verwehrt während des größten Teils des Jahres das vom Nördlichen Eismeer losgerissene, an der Ostküste herunter und bis um das Kap Farvel treibende Meereis, das Großeis, die Zufahrt zur Küste. Ein einziges größeres Gebiet im Umkreis von Godthab, der größten grönländischen Stadt, ist jedoch eisfrei und das ganze Jahr hindurch beschiffbar.
Quer über Grönland geht der Polarkreis, und die ganze Insel hat arktisches Klima. Der warme Golfstrom kommt nicht bis an die grönländischen Küsten heran, wo daher die Durchschnittstemperatur im Juli gewöhnlich nie höher hinaufkommt als bis 10° C. Selbst in den südlichsten Gegenden wachsen nur niedrige Birken- und Weidengebüsche, doch gibt es viele Arten kleiner Blumen, und ganz im Süden läßt sich durch das Besäen von Grasflächen und Pflege verschiedener Gemüsearten eine gewisse Ausbeute erzielen.
Grönland gehört zu den unfruchtbarsten Gebieten der Erde. Trotzdem ist es mit seiner wilden und großartigen Natur seit undenkliclien Zeiten die Heimat einer Bevölkerung gewesen; zwei- bis dreitausend Jahre lang haben in einzelnen Teilen Grönlands Eskimos gewohnt, obwohl die Insel auch während langer Zeiträume ganz unbewohnt gewesen zu sein scheint.
Als die ersten nordischen Völker, die Wikinger, nach Grönland kamen, fanden sie jedenfalls nur noch Spuren früherer eskimoischer Siedlungen. Es war dies etwa im Jahre 943, als Erik der Rote von Island her über das Meer zog, um neues Land zu finden, und dabei an eine Stelle kam, der er den Namen »Grünland« gab. Er legte zwei größere Siedlungsgebiete an, die allmählich auf 4ooo Einwohner anwuchsen. Zahlreiche Ausgrabungen von Kirchen und Gehöften zeugen vom Vorhandensein eines blühenden Gemeinwesens, das jedoch im 15. Jahrhundert völlig zugrundeging.
In Skandinavien wurde jedoch die einstige Besiedlung Grönlands niemals vergessen. Im Jahre 1721 zog der dänische Missionar Hans Egede, unterstützt durch den König, auf eine Forschungsfahrt nach Grönland, wo er unter der grönländischen Bevölkerung das Christentum predigte und zugleich mit den Grönländern Handel trieb, um die Ausgaben für seine Missionsarbeit zu decken.
Immer aber war es nur Westgrönland, wohin man kam. Die Verbindung mit Nord- und Ostgrönland ist sehr viel jüngeren Datums. Anfang des 18. Jahrhunderts hatte zwar der englische Entdeckungsreisende John Ross in Nordgrönland einen unbekannten Eskimostamm getroffen, aber erst Ende des 19.Jahrhunderts, als der Amerikaner Robert Peary seine Nordpol-Expeditionen begann, erhielt jene Bevölkerung mit ihrer Umwelt dauerhaftere Verbindung. Kurz nach 1900 leiteten zwei Forschungsreisende, der dänisch-grönländische Knud Rasmussen und der Däne Peter Freuchen, unter diesen Polareskimos eine Siedlungstätigkeit ein und gründeten die Kolonie Thule, die später auf den dänischen Staat überging.
In Ostgrönland war es der dänische Kapitän Gustav Holm, der 1884 einen bisher unbekannten Eskimostamm entdeckte, in äußerst primitiven und armseligen Verhältnissen und in starker Rückentwicklung. Zehn Jahre darauf wurde in Angmagssalik eine Handels- und Missionsstation errichtet und wahrscheinlich dadurch das Leben dieses Stammes gerettet.
Im Jahre 1924 gründete der dänische Kapitän Ejnar Mikkelsen eine neue Siedlung an der Ostküste, und zwar in einem vorher unbewohnten Gebiet bei Scoresbysund, und I933 wurde vom Internationalen Schiedsgericht im Haag dem Staate Dänemark die Oberhoheit über Ostgrönland und dadurch auch über die ganze Insel zuerkannt.
Gemäß den im 18. Jahrhundert herrschenden Grundsätzen des Merkantilismus wurde der von dem Missionar Hans Egede eingeleitete Handel mit den Westgrönländern nach Ablauf einiger Jahre privaten Handelsgesellschaften überlassen, die jedoch nicht einmal mit Hilfe bedeutender staatlicher Unterstützungen einen Gewinn zu erzielen vermochten, so daß 1774 die »Königliche Grönland-Handelsgesellschaft« (Den koilgelige gronlandske Handel) gegründet wurde, deren Monopol auf den gesamten Handel in Grönland bis 1950 in Kraft blieb.

Eine wesentliche Begründung für die Errichtung dieses Staatsmonopols und für die dadurch nötig gewordene Sperrung des Landes bestand darin, daß der Verkehr mit der Umwelt zu Störungen der Lebensweise der Grönländer führen konnte, besonders auch für ihre auf Selbstversorgung beruhende Wirtschaft. Die Grönländer waren damals ein Volk von Fängern, ihre Wirtschaft hing ab vom Fang der Seesäugetiere, vor allem der Seehunde. Das Fleisch diente zur Nahrung, die Felle zur Kleidung, der Speck zur Beleuchtung und Heizung. Außer Seehunden wurden auch Wale und Walrosse gefangen.. und gejagt wurden Renntiere, Füchse und Vögel. Der staatliche Grönlandhandel wurde nach den Grundsätzen betrieben, daß Ankäufe sich auf überschüssige Produktion zu beschränken hatten und der Verkauf vor allem nur auf die allernötigsten Bedarfsgüter wie Waffen, Holz und Eisen, womit die Selbstversorgungswirtschaft der Grönländer sich aufrechterhalten ließ. Würden nämlich die Grönländer ihre Felle und andere lebensnotwendige Dinge verkaufen können, um sich wertlose, für sie aber vielleicht verlockende Sachen zu beschaffen, so bestand die Gefahr, daß der Kreislauf der Naturalienwirtschaft unterbrochen werden und die Bevölkerung selbst in Not geraten könne.
Zu Beginn dieses Jahrhunderts zeigten sich jedoch die ersten Andeutungen einer Klimaänderung. Die Temperatur der Grönland umgebenden Meere stieg, und die Seehunde, diese wichtigste Beute der grönländischen Fänger, wanderten weiter nordwärts. Zwar ging die Klimaänderung nur langsam vor sich, aber ab ungefähr 1920 waren die Seehunde aus den volkreichsten Bezirken fast ganz verschwunden. Stattdessen kamen Fische, besonders Dorsche, an den grönländischen Küsten entlang, und allmählich war deutlich, daß die, Fischerei der neue Erwerb werden müsse, der den immer mehr versagenden Robbenfang zu ersetzen habe. Die Behörden versuchten denn auch, den Übergang zur Fischerei so sehr wie möglich zu beschleunigen, hatten damit aber anfangs wenig Erfolg. Die Gewohnheit und das hohe Ansehen des altüberlieferten Sechundfangs waren noch allzu stark, und erst nach Ende des Ersten Weltkriegs kam der Fischereiberuf ernstlich in Gang.
Das Bemühen, die Grönländer zum Übergang vom Robbenfang auf die Fischerei zu veranlassen, brachte manche Schwierigkeiten mit sich. Die Fischerei machte nämlich die Einführung der Geldwirtschaft nötig; die selbstversorgende Naturalienwirtschaft ließ sich nicht mehr aufrechterhalten, man mußte die Fische verkaufen, um sich die Einnahmen für den Einkauf anderer Waren zu schaffen, wodurch nun auch Export und Import für das grönländische Gemeinwesen eine völlig andere Bedeutung erhielten als bisher. Außerdem mußten die Grönländer in einer ihnen neuen Technik des Fangens und der Schiffahrt angelernt werden, und es war nötig, Fahrzeuge, Berufskleidung sowie Einrichtungen zur Bearbeitung der Fische zu beschaffen. Besonders schwierig war bei diesem Übergang zur Geldwirtschaft der Umstand, daß die Grönländer für den Begriff und die Bedeutung des Geldes nur äußerst geringes Verständnis besaßen und - auch heute noch besitzen.
Aber durch die Erwerbsumstellung wurde auch klar, daß die bisherige Absperrungspolitik sich nicht aufrechterhalten ließe, sondern Grönland zu einem modernen Gemeinwesen mit normalen Beziehungen zur übrigen Welt umgebildet werden müsse.

Als nach Schluß des Zweiten Weltkriegs die gewohnte Verbindung zwischen Grönland und Dänemark wiederhergestellt war, bestand denn auch auf beiden Seiten Einigkeit, daß eine Neuordnung durchgeführt werden müsse. Dänen und Grönländer bildeten 1948 eine gemeinsame Kommission, und zwei Jahre darauf legte diese eine umfangreiche Denkschrift mit einer Reihe von Anträgen vor, von denen ein großer Teil noch im selben Jahr zum Gesetz erhoben wurde.
Als erstes wurde festgestellt, daß ein so wenig entwickeltes Gemeinwesen wie das grönländische wirtschaftliche Hilfe von auswärts erhalten müsse, wenn es sich in absehbarer Zukunft auf eine höhere wirtschaftliche, kulturelle und soziale Stufe hinaufzuarbeiten imstande sein solle. Damit war der Grundsatz. daß Grönland sich selbst aufrechterhalten müsse, aufgegeben. Doch legte die Kommission Wert darauf, daß die zu gewährende Unterstützung sich nach der Losung Hilfe zur Selbsthilfe zu richten habe, d. h. daß die Unterstützungsmaßnahmen in erster Linie dazu dienen sollten, die eigene Erzeugungsfähigkeit des Landes zu fördern.
Das zweite war, daß die Sperrung Grönlands aufgehoben wurde. Das Monopol der Kgl. Grönlandischen Handelsgesellschaft auf Kauf und Verkauf von Waren in Grönland wurde aufgehoben, so daß jetzt alle dänischen Staatsbürger, die sechs Monate lang ihren Wohnsitz auf Grönland gehabt haben, dort einen selbständigen Erwerb betreiben dürfen. Um die Finanzierung privater Gewerbebetriebe zu unterstützen, wurden vom Staat Gewerbedarlehensordnungen durchgeführt, die bestehenden oder neuen Betrieben zu erschwingbaren Bedingungen Darlehen gewähren.
Ein weiteres Ergebnis der Kommissionsdenkschrift war die Erweiterung des Mitbestimmungsrechts der Grönländer. Seit den 1860-er Jahren war durch Gesetz die Errichtung sogenannter Vorstände in allen grönländischen Kolonien (Städten) vorgesehen. Diese Vorstände bestanden aus den örtlichen Beamten und vom Volk gewählten Vertretern, und sie betätigten sich u. a. als Gerichte für die grönländische Bevölkerung, verwalteten die Berufs- und Hausbau-Darlehen und verteilten Unterstützungen an Notleidende. Im Jahre 1908 waren zwei Vorstände ersetzt worden durch zwei Landesräte und eine Anzahl Gemeinderäte, und nunmehr, 1950, wurden die zwei Landesräte zu nur einem einzigen Landesrat zusammengelegt, der u. a. den Ertrag der Abgaben verwaltet, die für luxusartige Waren festgesetzt wurden. Zugleich wurde die Gemeindeordnung geändert und die Befugnisse der Gemeindevorstände u. a. dahin erweitert, daß sie nun die gesamte Sozialfürsorge umfassen. Die Mittel zur Deckung der Ausgaben der Gemeinden werden vom Landesrat bewilligt.
Ebenso wurde nach den Vorschlägen der Kommission eine Modernisierung des Gerichtswesens durchgeführt, ferner eine Anzahl durchgreifender Verbesserungen des Gesundheitswesens, des Unterrichts, des Wohnungsbaus usw., auch entwarf die Kommission Pläne für den technischen Ausbau Grönlands, der durch die Entwicklung der Erwerbszweige, die Verbesserungen des Gesundheits- und des Schulwesens usw. nötig wurde.
Den Schlußstein der vielen Verbesserungen, die durch die Neuordnung herbeigeführt wurden, bildete die Änderung der dänischen Verfassung im Jahre 1953, durch die Grönland als gleichberechtigter Bestandteil in das Königreich Dänemark aufgenommen wurde und im dänischen Folketing zwei Vertreter erhielt. Diese Verfassungsänderung war jedoch in vieler Hinsicht lediglich die formelle Bestätigung einer Gleichstellung, die der grönländischen Bevölkerung schon gesichert war. Beispielsweise waren, wie hier hervorgehoben sei, die allgemeinen Freiheitsrechte - Rede-, Glaubens-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit, Anerkennung des privaten Eigentumsrechts, Sicherheit der persönlichen Freiheit. ausgedehnte Teilnahme der Gemeinden an der Verwaltung u.a.m. - schon seit sehr langer Zeit auf Grönland anerkannt.
Die allgemeine verwaltungsmäßige Leitung Grönlands obliegt dem Landeshauptmann (Landshovding), der der Vorsitzer des - außerdem aus 16 von der Bevölkerung gewählten Mitgliedern bestehenden - Landesrats ist. Es gibt 16 Gemeinden, außerdem drei besondere Bezirke, nämlich einen in Nordgrönland und einen in Ostgrönland. Die Wahlen sowohl zum Landesrat wie zu den Gemeindevorständen sind allgemein und direkt. Männer und Frauen über 21 Jahre sind wahlberechtigt. Politische Parteien gibt es auf Grönland noch nicht.
Die wirklichen durch die Neuordnung von I950 ermöglichten Verbesserungen waren vor allem wirtschaftlicher und sozialer Art. Auf diesen Gebieten ließen sich die grönländischen Verhältnisse vielleicht mit denen der Entwicklungsländer vergleichen, auf verschiedenen anderen dagegen nicht, vor allem nicht in bezug auf die einzelnen Grönländer, deren Mensclienwert und persönliche Rechte seit jeher geachtet worden sind. Sehr früh auch sind in politischer Beziehung die Vertreter der Bevölkerung zur Mitwirkung am öffentlichen Leben herangezogen worden, und was Aufklärung und Ausbildung betrifft, so befanden sich diese auf ganz bedeutend höherer Stufe als in den Entwicklungsländern, obwohl sie die Höhe der westeuropäischen Länder bei weitem noch nicht errreicht hatten und dies auch heute noch nicht haben.

Als Eskimos kann man die einheimischen Grönländer heute nicht mehr bezeichnen. Die jetzige grönländische Bevölkerung stammt zwar von Eskimos ab, ist aber schon so stark gemischt, daß einem - besonders in Westgrönland - kaum noch Menschen begegnen, die nicht europäisches und, vor allem, dänisches Blut in den Adern haben.
Von der Bevölkerung, deren Gesamtzahl 1960 etwa 33 000 betrug, wohnen mehr als 90% in Westgrönland, knapp 2% in Nordgrönland und etwa 8 % in Ostgrönland; ungefähr 2800 der 33 000 Einwohner sind in Dänemark geboren.
Die Bevölkerungszahl ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Von 1950 bis 1960 hat die grönländische Bevölkerung um mehr als 40% zugenommen. Zum Teil beruht das auf einem starken Rückgang der Sterblichkeit infolge des erhöhten Lebensstandards und der verstärkten Krankheitsbekämpfung, zum Teil aber auch auf vermehrter Geburtenzahl. Die jährliche Bevölkerungszunahme beträgt beinahe 4 % (gegenüber etwa 1% in den meisten westeuropäischen Ländern), und man rechnet mit einer ungefähren Verdoppelung der grönländischen Bevölkerung im Laufe von 20-25 Jahren.
Ungefähr zwei Drittel der Grönländer wohnen jetzt in geschlossenen Wohngebieten von etwa 500 bis 3000 Einwohnern. Die Hauptstadt ist Godthab und hat 3000 Einwohner.
Gegenwärtig ist die Fischerei Grönlands wichtigster Erwerbszweig. Etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt von der Fischerei, und hauptsächlich handelt es sich um Dorsch, der entweder gesalzen oder getrocknet oder aber zu Filets aufgeschnitten und gefroren wird. Große Bedeutung hat auch der Fang der Katfische (Seewolf) im Sukkertoppen-Bezirk,. ebenso die Krabbenfischerei bei Narssaq im südlieben Grönland und bei Christianshäb in der Diskobucht, wo sich einige der größten Krabbenfelder der Welt befinden. In Narssaq, Christianshäb und jakobshavn sind Krabben-Hermetikfabriken errichtet worden, und der Krabbenfang ist der verhältnismäßig gewinnbringendste Teil der grönländischen Produktion. - In den fließenden Gewässern (den »Elfen«) und Seen Grönlands wird auch recht viel Lachs gefangen.
Der Beruf der Fänger, der zahlenmäßig seit der Jahrhundertwende stark zurückgegangen ist, wird jetzt hauptsächlich nur noch in den nördlichen Teilen von Westgrönland sowie in Nord- und Ostgrönland ausgeübt, und noch immer finden die grönländischen Fuchs- und Sechundsfelle guten Absatz.
Im südlichen Grönland nahm man in den Jahren um 1900 auch die Schafzucht auf; sie bildet heute die Existenzgrundlage für etwa hundert grönländische Familien.
Seit jeher hat man sich große Hoffnungen gemacht, daß der grönländische Untergrund Mineralienvorkommen und ähnliche Bodenschätze aufzuweisen habe. Wirkliche Bedeutung hat bisher aber nur die Kryolith-Förderung bei Ivigtut im südlichen Westgrönland gehabt. Auf der Disko-Insel und der gegenüberliegenden Halbinsel von Nugssuaq gibt es zwar größere Kohlenvorkommen, aber ein Kohlenexport von Grönland würde sich wegen der großen Entfernung zu den Absatzmärkten nicht lohnen, und sogar der Kohlenabbau, der zur Versorgung des grönländischen Binnenmarktes aufrechthalten wird (etwa 30 000 t jährlich, d. s. 3/4 des grönländischen Verbrauchs), ist wegen der schwierigen Verschiffungs- und Transportverhältnisse keineswegs gewinnbringend.
In einem unbewohnten Gebiet Ostgrönlands wurde 1956 mit der Förderung von Bleierz und Zinkerz begonnen. Diese Minen sind jetzt erschöpft, aber an derselben Stelle ist Molybdän gefunden worden, und 1961 wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, die untersuchen soll, ob das Vorkommen groß genug ist, um einen Abbau zu versprechen, der sich lohnt.

Das Schulwesen auf Grönland wird seit I950 von ???

