Knud Rasmussen
Knut Rasmussen (I879-I933) ist in Jakobshavn auf Grönland geboren, wo sein Vater Pfarrer war. Seine Mutter war von dänisch-grönländischer Abstammung. Schon in den Jahren seiner Kindheit, in denen er sich gemeinsam mit gleichaltrigen grönländischen Kameraden tummelte und wo das tägliche Leben und Treiben in der Kolonie seine engste Umgebung war - wo er den Erzählungen der Walund Seehundsfänger lauschte und den Berichten und Sagen der Alten - fühlte er sich den Polareskirnos eng verbunden. Im Kajakrudern und Schlittenfahren erhielt er als Knabe eine solche Schulung, daß ihm dies später auf seinen vielen Reisen kreuz und quer durch Grönland zugutekam.
Die erste Forschungsreise, an der Knud Rasmussen teilnahm, war die sogenannte literarische Grönland-Expedition 1902-04. Im Jahre 1910 errichtete er die Station Thule, gleicherweise als Missionsstelle, Handelsplatz und Ausgangspunkt von Forschungsunternehmungen, u. a. der sieben Thule-Expeditionen. Dort baute er auch - mit der Gemeinschaftsordnung der Eskimos als Grundlage - eine Selbstverwaltung auf, die auch nach seinem Tod, als Thule vom Staat übernommen wurde, in Kraft blieb und dies in der Hauptsache noch heute ist.
Die Thule-Expeditionen der Jahre 1912 bis 1933 führten reiche Sammlungen dem dänischen Nationalmuseum zu, das durch Knud Rasmussens Tatkraft und durch viele von ihm stammende Gaben zu einem Mittelpunkt der Eskimoforschung geworden ist. Ein weiteres Ergebnis dieser Thulefahrten sind Knud Rasmussens eigene wissenschaftlichen und literarischen Werke, u. a.
Min rejsedagbog (Mein Reisetagebuch, 1915), Myter og sagn pá Gronland (Mythen und Sagen auf Grönland, 1921-25) und Fra Gronland til Stillehavet (Von Grönland bis zum Stillen Ozean,1925-26).
Im Jahre 1925 wurde Knud Rasmussen zum Ehrendoktor der Universität Kopenhagen ernannt, auf Grönland aber war und blieb sein Ehrentitel der Kosename Kuunguaq, »Knudchen«, und so heißt er dort noch heutigentags für seine Freunde, die Grönländer.

