1. Zielbestimmung
Das Ziel ist, die Grundlagen des Seekajakfahrens zu vermitteln. Die erfolgreiche Teilnahme befähigt dazu, im Rahmen von Gruppenfahrten unter einfachen Bedingungen bzw. in Begleitung eines Fahrtenleiters auch unter schwierigen Bedingungen auf tidenabhängigen Gewässern zu paddeln.
2. Rahmenbedingungen
Der A-Kurs dauert 5 Tage bzw. zwei Wochenenden und findet zumindest teilweise auf einem tidenabhängigen Gewässer statt. Im Rahmen dieser Ausbildung wird eine mindestens zweitägige Wanderfahrt durchgeführt. Der Kurs wird von Ausbildern der Salzwasser Union geleitet; Fahrtenleiter bzw. angehende Fahrtenleiter können die Kursleitertätigkeit unterstützen. Jeder A-Kurs hat den Charakter einer Wanderfahrt. Von jedem Teilnehmer ist die Kursgebühr von 75,- Euro an die Salzwasser Union zu entrichten. Aus den eingenommenen Kursgebühren werden die Kosten der Kursleiter erstattet. Zeltplatzgebühren und Kurtaxenbeträge werden von den Teilnehmern selbst getragen. Die Mindestteilnehmeranzahl für einen A-Kurs beträgt vier Teilnehmer; die Höchstteilnehmerzahl soll zehn nicht überschreiten.
3. Voraussetzungen
Die Teilnehmer müssen Mitglied der Salzwasser Union sein. Wenn körperliche Beeinträchtigungen vorliegen, so ist mit den Ausbildern Rücksprache zu halten. Sicheres Schwimmen in Paddelbekleidung gehört weiterhin zu den körperlichen Voraussetzungen. Das Seekajak und die dazugehörige Ausrüstung müssen dem Sicherheitsstandard entsprechen, der in der Ausbildungsmappe „Küstenpaddlers Basiswissen“ beschrieben ist. Die erfolgreiche Teilnahme an einem Regionalen Sicherheitstraining (RST) wird vorausgesetzt. Von den Teilnehmern muss die Ausbildungsmappe durchgelesen sein. Wird bei der Anmeldung zum A-Kurs deutlich, dass keine ausreichenden Fahrtenerfahrungen vorliegen, so muss vor dem A-Kurs unbedingt an einer Schnupperfahrt teilgenommen werden.
4. Rahmenplan
Durch RST, Workshops, Schnupperfahrt, Hausklausur und A-Kurs werden Kenntnisse und Fertigkeiten aus folgenden Bereichen vermittelt:
- Ausrüstung
- Aufwärmen und Dehnen
- Paddeltechniken bei Seegang und Wind (incl. Brandungsfahren)
- Sicherheits- und Rettungstechniken (mit beladenen Kajaks)
- Simulation eines Seenotfalls
- Navigation
- Verkehrsrecht
- Wetterkunde
- Gezeiten
- Fahrtenplanung
- Gesundheit, Erste Hilfe
- Naturschutz und Ökologie (Kenntnis und Umsetzung der Befahrensregelungen)
- Kultur und Geschichte des Fahrtengebietes
5. Theoretische Prüfungsteile
In einer Hausarbeit, die den theoretischen Prüfungsteil abdecken, müssen Fragen und Zusammenhänge aus dem Seekajakbereich bearbeitet werden. Dazu kommt eine Kartenaufgabe als Fahrtenplanung (für zwei Fahrtentage), die auf den geplanten A-Kurs bezogen ist. Aus den wichtigsten Bereichen des Seekajakfahrens werden zudem ca. 40 Fragen gestellt (Navigation, Gezeiten, Verkehrsrecht, Wetterkunde, naturgerechtes Seekajakfahren, Tourenvorbereitung, Tourenplanung, Gefahren auf See, Rettungsmaßnahmen, Erste Hilfe), die in Kurzfassung schriftlich zu beantworten sind. Unbedingt empfohlen wird die Teilnahme an einem von der Salzwasser Union angebotenen Workshop (Navigation, Wetterkunde u.a.).
6. Praktische Prüfungsteile
Im Verlauf des A-Kurses muss jeder Teilnehmer die Praxisbereiche (6.1. - 6.5.) demonstrieren. Wann immer möglich, sollen diese Praxisteile anwendungsorientiert gezeigt werden (Beispielsituationen: Bogenschläge, um das Boot für die T-Lenzung zu positionieren, Stützen in Brandungswellen, Ziehschläge beim Zusammenlegen und Auflösen eines Floßes, Notstop beim Surfen, Heckruder beim Surfen, unerwartete Kenterung und Partnerrettung, Schwimmen mit dem Kajak durch die Brandung an den Strand etc.).
6.1. Bootsbeherrschung und Paddeltechniken
- aktives Sitzen
- Gleichgewichtsgefühl
- Boot deutlich ankanten und wegkanten
- Starten und Landen mit Auslegertechnik (Paddel unter Wasseroberfläche)
- Grundschlag vorwärts und rückwärts
- Bogenschlag vorwärts und rückwärts
- flache und hohe Stütze ohne Fahrt
- flache und hohe Stütze in Fahrt
- Ziehschlag zum seitlichen Versetzen
- Heckruder
- Notstop (Bremsschlag)
- Anlandemöglichkeiten bei leichter Brandung
6.2. Navigation auf See
- Seekarte lesen können
- gegebenen Kurs einhalten (Teilstrecken auch ohne Steuer fahren können)
- Standortbestimmung
- Zeichen identifizieren
- Kursbestimmung nach Zielpunkten
- Anwendung eines Vorhaltewinkels
- Fluchtpunkte benennen
6.3. Rettungstechniken als Retter und als Gekenterter
- Partnerrettungsmethoden (Paralleleinstieg, V-Einstieg, Schöpfmethode --- jeweils mit T-Lenzung) (zwei der drei Partnerrettungsmethoden sollen gezeigt werden)
- Eskimorettung, Schwimmen mit dem Boot in Kenterlage
- All in
6.4. Schlepptechniken
- Solo-Schlepp (1 : 1-Schlepp)
- V-Schlepp (2 : 1-Schlepp)
- Bugschlepp (Push and Pull)
- Floßschlepp (1 : 2- bzw. 2 : 2-Schlepp)
6.5. Schwimmen
- Schwimmen mit Paddelbekleidung im tiefen Wasser über mindestens 50 Meter
7. Prüfungsabnahme
Der Theorieteil (Hausarbeit) und die praktischen Prüfungsteile werden ausschließlich von jeweils zwei Ausbildern der Salzwasser Union abgenommen. Die praktischen Prüfungsteile werden nur unter mittelschweren Seegangs- und Windbedingungen (Windstärke ca. Bft. 3-4) abgenommen. Bei Windstille findet keine praktische Prüfung statt. Dieser Teil kann zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Bei schwierigen Bedingungen können die Prüfer Erleichterungen zulassen, die Bootsbeherrschung muss in jedem Fall zuverlässig nachgewiesen werden. Wird ein Prüfungsteil (Theorie bzw. Praxis) nicht erfolgreich bestanden, so kann auch dieser Teil separat nachgeholt werden. Die Bewertung und Einschätzung der Ausbilder, ob der A-Kurs erfolgreich absolviert worden ist, bleibt eine Tatsachenentscheidung. Die erfolgreiche Teilnahme wird durch eine Urkunde bestätigt, in der auch Kenntnisse des naturgerechten Seekajakfahrens attestiert werden.
Termine

