
Inhaltsverzeichnis
Vorstand | |
Vorwort | 4 |
Einladung MV 2009 | 5 |
Protokoll der Vorstandsitzung | 6 |
Literatur |
|
Sea Kayaker April 09 | 7 |
Buchvorstellung | 8 |
Sea Kayaker Dezember 08 und Februar 09 | 10 |
SaU-menschlich | |
Vorstellung Silke | 11 |
B/C-Kreis | |
Vorstellung der Mitglieder des B/C Kreises | 12 |
Geschichte | |
Kajakrolle | 14 |
NfS | 16 |
Ausbildung | |
Eskimotieren bei Tony | 17 |
A-Kurs in Spanien | 20 |
Sicherheit und Technik auf der Alster | 39 |
Ökologie | 19 |
Touren | |
Wattenmeer bei Schiermonnikoog | 22 |
Frauenwochenende | 23 |
Friedrichskoog - Neuwerk | 36 |
Paddeltour Kleiner Belt | 40 |
42 | |
Galerie | 26 |
Flaschenpost | |
Ich habe einen Traum | 28 |
Wurzeln heutiger Meeresforschung | 29 |
Impressum | 30 |
Leserbriefe | 32 |
Sicherheit | |
Per Kurzwahl SAR-Alarm | 33 |
Ergänzung GPS Ortung | 33 |
SKW 2009 | |
Auf eigenem Kiel | 44 |
Lageplan Hooksiel und Ausschreibung SKW 09 | 48 |
Ausschreibung | 46 |
Veranstaltungskalender | 47 |
Veranstaltungen SKW 2009 | 50 |
Dänemark oder die große Gelassenheit

Text: Thorsten
Die klassische Ferienwoche zwischen Himmelfahrt und Pfingsten sollte mir nun den ersten Urlaub in diesem Jahr bringen. Die erste Hälfte der Zeit war mit vielen, allzu lange aufgeschobenen, Arbeiten in Haus und Garten angefüllt, aber die Tour in die Dänische Südsee mit Matthias und weiteren neun Mitstreitern wird in diesem Jahr meine erste Tour auf der See sein.
Die Tour soll am Freitag, den 29. beginnen. Um ein sehr frühes Aufstehen zu vermeiden, fahre ich bereits am Donnerstag los und bin gegen 16:00 Uhr in Mommark auf Als. Der Blick auf den Lillebelt bestätigt natürlich die Ahnungen während der Fahrt. Der NO-Wind, welcher das Auto samt Boot und Insasse manchmal gehörig durchschüttelt, sorgt auf dem Wasser für respektable Wellen, manchmal für weiß schäumende Brecher. So geht das morgen in der Frühe nicht. Der Meinung sind auch die anderen. Mal sehen, ob es in der Nacht abflaut und wir den Sprung nach Aero machen. Übernachtet habe ich auf dem ehemaligen Zeltplatz direkt am Hafen. Ein prima Platz für eine Nacht.
Der Wind hat sich am Morgen dann abgeschwächt und einer Fahrt nach Aero steht nichts mehr im Wege. Wie fast immer bei der SaU sind alle pünktlich auf dem Wasser. Das soll auch die nächsten Tage so bleiben, wobei wir meistens überpünktlich, sprich früher als geplant, gestartet sind.
Um es vorweg zu nehmen, über Aero hinaus sind wir nicht gekommen. Der erste Tag führt uns an die Süd-West-Ecke der Insel, der nächste Tag sollte uns nach Birkholm bringen. Der Wind war jedoch recht frisch, sodass die km bis Marstal schon ein gutes Stück Arbeit waren. Die Aussicht noch einmal zwei bis knapp drei Stunden direkt gegen den Wind paddeln zu müssen, sorgt nicht unbedingt für Heiterkeit. Matthias fragt schon nach Schleppleinen. Die demokratische Abstimmung fällt eindeutig gegen Birkholm und für die Umkehr, also für die Richtung Nordspitze der Insel. Die Mittagspause machen wir an unserem alten Lagerplatz und fahren dann noch ein kleines Stück nach Norden.

Abends wird gegrillt, am Feuer geplauscht oder auch die nähere Umgebung erkundet. Wobei das mit der näheren Umgebung relativ ist. Der Einladung von Matthias, das nur 1,5 km entfernte Wikingerrund zu besuchen, folgen alle gerne. Nach einer Weile des Gehens auf der schönen Steilküste, mit herrlichen Ausblicken auf die Insel und die Küstenlinie, ist Rüdiger der erste, dem der Weg zu weit wird. Der Versicherung „das ist nicht mehr weit, gleich hinter dem Leuchtturm“ schenkt er zunächst Glauben. Nach einer weiteren Weile des Gehens, der Leuchturm war erst ganz nach, dann querab, dann lag er hinter uns, kehrte Rüdiger um. Karl war der nächste, dem nach Umkehr war, und nach dem das Feld, in dem der Leuchtturm stand, hinter uns geblieben war und ein neues großes Feld vor uns lag, kehrte er um. Ich schloss mich ihm an. Das Wikingerrund stand am Ende der Steilküste und war jetzt vielleicht noch 1,5 km entfernt? Klar, wo hätte es sonst stehen sollen?
Am nächsten Tag, es war der Sonntag, war für das Jahr 2009 das erste Bad in der Ostsee fällig. Wir hatten mittlerweile die Nordspitze von Aero erreicht. Da es für die eine Hälfte der Truppe nur eine Halbtagestour war, blieb ausreichend Zeit die Seele baumeln zu lassen oder im Buch zu schmökern. Einige sind noch die acht km nach Lyö gepaddelt und am Abend wieder zu uns gestoßen. Jeder so, wie er es mag.

Am Montag war der Wind gnädig, sodass auch einem Bad vor dem Frühstück nichts entgegen stand. Das Wasser ist zwar noch recht frisch, aber durchaus für eine kleine Erfrischung gut. Die zwölf km Querung nach Mommark waren dann auch schnell erledigt.
Als bekennender Ostseefan ist die Dänische Südsee für mich ein Genuss. Nur 2 1/2 Stunden Autofahrt von Hamburg entfernt, befindet man sich in einer anderen Welt. Keine zugebaute oder betonbewehrte Küste, eine abwechslungsreiche Küstelinie, mit schönen Steilküsten, kleinen und größeren Inseln sowie ideale Übernachtungsplätze. Dazu kommt die wunderbare Stille, welche durch kein Motorengebrumm unterbrochen wird. Dieses ist nicht nur mir angenehm aufgefallen. Es ist so anders, als an der deutschen Ostseeküste und auch anders als an der deutschen Nordseeküste. Es muss an Dänemark liegen. Dieses Land verbreitet eine unglaubliche Gelassenheit. Ob nun hier im Südfünischen Inselmeer, bei Kopenhagen, um Samsö, im Roskildefjord oder nördlich von Helsingör, Dänemark hat einen ganz eigenen Reiz.
Die Truppe war wie immer bei der SaU ausgesprochen nett und unkompliziert, Matthias ein prima Fahrtenleiter, das Wetter bestens. Was will man mehr vom Leben?
Die Tour war eine der wenigen Touren mit Gepäck, welche ich bisher im NDK Explorer gefahren bin. Das Boot bestätigte mal wieder meine hohe Meinung, welche ich von diesem Schiff habe.. Es läuft sehr gut geradeaus, läuft leicht, insbesondere gegen die Wellen, und macht beim Surf einen unglaublichen Spaß, da es kaum Tendenzen zum Ausbrechen oder Abtauchen zeigt. Obwohl ich gegenüber den Zeiten des Greenlanders gute sechs Kilo weniger auf die Waage bringe, passt dieses Schiff einfach besser. Es ist robust und auch im Detail bestens verarbeitet. Es sind auch die Kleinigkeiten, welche den Alltag auf Tour angenehm machen. Klar war das Zeltgestänge hinter den Skegkasten gerutscht. Kein Problem beim Explorer. Die hintere Gepäckluke ist soweit hinten angebracht, dass man gut am Kasten vorbei langen kann. Das Zelt passt trotzdem quer hinter die Schottwand der Tagesluke, das Gepäckvolumen ist wahrer Luxus. Obwohl auf dem Papier mit 380 L Volumen ein Riesenschiff, stellt es einen nie vor Probleme. Egal ob leer, mit Tagesgepäck oder für eine Gepäckfahrt beladen, es lässt sich immer bestens handhaben. DAS ist wahrer Luxus, ein Schiff zu haben, welches immer passt!
p.s. Steht an der deutschen Grenze eigentlich ein Schild mit der Aufschrift:: „Ab hier bitte rasen, drängeln und aggressiv fahren“?

