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Seenotfall vor Juist – Aufarbeitung und erste Erkenntnisse

23. September 2026

Am 6. September kam es im Rahmen einer Veranstaltung der SALZWASSER UNION vor Juist zu einem Seenotfall. Mehrere Seekajakfahrende gerieten in Schwierigkeiten. Die DGzRS koordinierte daraufhin einen umfangreichen Rettungseinsatz. Neben mehreren Einheiten der Seenotretter waren ein Rettungshubschrauber, die DLRG, die Freiwillige Feuerwehr Juist und der Rettungsdienst beteiligt. Zwei Personen wurden vom Rettungshubschrauber aus dem Wasser aufgenommen. Alle Beteiligten kamen sicher an Land.

Die DGzRS hat einen Bericht über den Rettungseinsatz veröffentlicht: „Seekajakfahrer vor Juist in Seenot“

Kurz nach dem Seenotfall hatten wir bereits auf unserer Website über das Ereignis informiert und angekündigt, es aufzuarbeiten. Inzwischen liegen uns Berichte von Teilnehmenden vor und wir haben mit Beteiligten über das Geschehen gesprochen. Dadurch ist ein klareres Bild davon entstanden, wie sich die Situation entwickelt hat.

Dabei zeigt sich, dass nicht ein einzelnes Ereignis zum Seenotfall geführt hat. Aus mehreren zunächst unabhängig voneinander auftretenden Situationen entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit eine komplexe Lage: Kajaks kenterten, Personen mussten unterstützt oder gerettet werden und weitere Paddelnde kamen zur Hilfe. Dadurch wurde es zunehmend schwieriger, den Überblick über die gesamte Gruppe und die verschiedenen Situationen auf dem Wasser zu behalten.

Die Aufarbeitung nehmen wir auch zum Anlass, unsere bestehenden Sicherheits- und Veranstaltungskonzepte anhand der gemachten Erfahrungen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Eigenverantwortung, realistische Selbsteinschätzung und gegenseitige Unterstützung gehören dabei ebenso zu unserem Verständnis des Seekajakfahrens wie eine gute organisatorische Absicherung. Der Seenotfall liefert uns wertvolle Erkenntnisse darüber, wo wir bestehende Konzepte und Abläufe noch weiter verbessern können.

Eine Erkenntnis ist uns dabei besonders wichtig: Die Alarmierung professioneller Hilfe ist eine weitreichende Entscheidung und sollte auf einer sorgfältigen Einschätzung der Situation beruhen. Entscheidungen und Maßnahmen sollen innerhalb der Gruppe grundsätzlich koordiniert erfolgen. Besteht jedoch eine Gefährdung von Leib und Leben und kann die Situation mit eigenen Mitteln nicht mehr sicher bewältigt werden, kann und soll jede Person die notwendige Hilfe anfordern. Ein solcher Notruf darf nicht aus falscher Zurückhaltung oder wegen vermeintlich ungeklärter Zuständigkeiten verzögert werden und ist kein persönliches Versagen.

Die Aufarbeitung ist damit noch nicht abgeschlossen. Wir möchten auch mit der DGzRS über den Einsatz sprechen und ihre Sicht und Erfahrungen in unsere weiteren Überlegungen einbeziehen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Weiterentwicklung unserer Veranstaltungen und Ausbildung einfließen.

Eine ausführlichere Aufarbeitung des Geschehens und der daraus gewonnenen Erkenntnisse werden wir unseren Mitgliedern im Mitgliederbereich zur Verfügung stellen.

Unser Dank gilt noch einmal den Seenotrettern der DGzRS und allen weiteren Einsatzkräften – ebenso den Beteiligten, die ihre Erlebnisse und Einschätzungen offen in die Aufarbeitung eingebracht haben.