Wo Wind und Wasser den Takt vorgeben.
Jedes Gewässer hat seinen eigenen Charakter. Gezeiten, Schären, Bodden, Seen oder offene Küsten – wer sie versteht, erlebt unvergessliche Touren.
Reviere voller Möglichkeiten
Die Nord- und Ostsee bilden das Herzstück der SALZWASSER UNION. Zwischen Wattenmeer, Schären, Steilküsten und Boddenlandschaften warten einige der schönsten Seekajakreviere Europas – jedes mit seinem ganz eigenen Charakter.
Doch auch große Seen, Fjorde und andere Großgewässer gehören für viele unserer Mitglieder selbstverständlich dazu. Ob Salzwasser oder Süßwasser: Entscheidend ist die Freude am Seekajakfahren und der respektvolle Umgang mit Natur und Mitmenschen.

Nordsee
Die Nordsee begeistert mit ihrer Weite, den Inseln und Halligen sowie dem einzigartigen Wattenmeer. Gleichzeitig ist sie ein Revier, das von Gezeiten, Strömungen und wechselnden Wetterbedingungen geprägt wird. Wer hier unterwegs ist, sollte die Besonderheiten des Reviers kennen und seine Tour sorgfältig planen – dann belohnt die Nordsee mit unvergesslichen Naturerlebnissen.
Das erwartet euch:
- Gezeiten und Tidenströme
- UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer
- Inseln und Halligen
- Weite Horizonte
- Wind und Wellen
Ostsee
Die Ostsee fasziniert mit ihrer Vielfalt. Geschützte Boddengewässer, steile Kreideküsten, lange Sandstrände und die Schären Skandinaviens bieten für jede Könnensstufe das passende Revier. Auch ohne nennenswerte Gezeiten sollten Wind, Wellen und Wetter nie unterschätzt werden. Wer gut vorbereitet startet, erlebt hier unvergessliche Touren entlang einer der abwechslungsreichsten Küsten Europas.
Das erwartet euch:
- Schären und Inselwelten
- Bodden und Förden
- Steilküsten und Sandstrände
- Geschützte Buchten
- Offene Küstenabschnitte


Großgewässer
Nicht jede Seekajaktour führt an die Küste. Große Seen, Fjorde und andere weitläufige Binnengewässer bieten ideale Bedingungen für ausgedehnte Touren, anspruchsvolle Navigation und das Training auf offenem Wasser. Viele unserer Mitglieder sind regelmäßig auch hier unterwegs – in Deutschland ebenso wie im europäischen Ausland. Denn entscheidend ist nicht, ob das Wasser salzig oder süß ist, sondern die Freude am gemeinsamen Seekajakfahren.
Das erwartet euch:
- Große Seen und weitläufige Wasserflächen
- Fjorde und Seenlandschaften
- Ideale Trainings- und Tourengewässer
- Wind, Wellen und Navigation
- Naturerlebnisse abseits der Küste
Befahrensregeln
Frei paddeln heißt verantwortungsvoll paddeln.
Die Küsten von Nord- und Ostsee gehören zu den wertvollsten Naturräumen Europas. Nationalparks, Naturschutzgebiete und Vogelschutzgebiete bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen geschützten Lebensraum – und sind gleichzeitig faszinierende Reviere für uns Seekajakfahrende. Damit beides auch in Zukunft zusammenpasst, gelten in vielen Gebieten besondere Befahrensregelungen. Sie schützen sensible Lebensräume, ohne den Wassersport unnötig einzuschränken. Die SALZWASSER UNION engagiert sich seit vielen Jahren aktiv für praktikable Lösungen und bringt die Interessen der Seekajakfahrenden in die Weiterentwicklung dieser Regelungen ein. Gleichzeitig möchten wir euch dabei unterstützen, eure Touren sicher, verantwortungsvoll und naturverträglich zu planen.
Natur schützen
Unsere Küsten sind einzigartige Lebensräume für Vögel, Robben und viele weitere Tierarten. Auch Pflanzen und sensible Lebensräume wie Seegraswiesen brauchen besonderen Schutz. Mit der Einhaltung der Befahrensregeln und einem respektvollen Verhalten tragen wir gemeinsam dazu bei, diese Natur dauerhaft zu bewahren.
Sicher unterwegs
Eine gute Tour beginnt mit einer guten Planung. Informiert euch vor jeder Fahrt über Schutzgebiete, saisonale Sperrzeiten und freigegebene Fahrwasser. Unsere Karten und Informationen helfen dabei, sicher und regelkonform unterwegs zu sein.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Seekajakfahren und Naturschutz gehören für uns untrennbar zusammen. Mit Rücksicht, Umsicht und gegenseitigem Respekt sorgen wir gemeinsam dafür, dass auch zukünftige Generationen die Faszination von Nord- und Ostsee erleben können.
Nordsee
Die Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Hamburgisches Wattenmeer und Niedersächsisches Wattenmeer gehören zu den wertvollsten Naturräumen Europas. Um diese einzigartige Landschaft zu schützen und gleichzeitig naturverträglichen Wassersport zu ermöglichen, gelten besondere Befahrensregelungen. Seit April 2023 ist die überarbeitete Nordsee-Befahrensverordnung in Kraft.
Allgemeine Schutzgebiete (ASG)
Die Allgemeinen Schutzgebiete (früher Zone I) dürfen grundsätzlich befahren werden – vorausgesetzt, es ist ausreichend Wasser vorhanden. Die frühere 3-Stunden-Regel gibt es nicht mehr. Das Trockenfallen oder Betreten des Watts ist jedoch grundsätzlich nicht erlaubt. Ausnahmen gelten nur an ausgewiesenen Trittsteinen oder in den gesetzlich geregelten Fällen.
Besondere Schutzgebiete (BSG)
Besondere Schutzgebiete (früher RSG/VSG) dienen dem Schutz besonders sensibler Lebensräume. Während der festgelegten Schutzzeiten dürfen sie weder befahren noch betreten werden. Außerhalb der Schutzzeiten gelten sie grundsätzlich wie Allgemeine Schutzgebiete.
Fahrwasser, Wasserwanderwege und Trittsteine
Wenn ein betonntes oder bepricktes Fahrwasser durch ein Besonderes Schutzgebiet führt, darf es jederzeit befahren werden. Zusätzlich wurden Wasserwanderwege und traditionelle Routen ausgewiesen, die ebenfalls genutzt werden dürfen. Das Betreten des Watts ist ausschließlich an den ausgewiesenen Trittsteinen erlaubt. Diese Sonderregelungen sind nicht in den amtlichen Seekarten eingezeichnet und sollten deshalb bereits bei der Tourenplanung berücksichtigt werden.
Interaktive Wattpaddler-Seekarte
Für die Tourenplanung bietet die kostenlose Online-Seekarte der Wattpaddler App einen besonders komfortablen Überblick. Alle Besonderen Schutzgebiete, Allgemeinen Schutzgebiete, Trittsteine und Wasserwanderwege sind dort übersichtlich dargestellt. Die Karte ist zoombar, wird regelmäßig aktualisiert und eignet sich ideal für die Planung von Touren im Wattenmeer.
Karten und weiterführende Informationen
Für die Planung eurer Tour stellen wir euch die wichtigsten Unterlagen zur Verfügung:
- Übersichtskarte Nordfriesland
- Übersichtskarte Ostfriesland
- Merkblatt zur Nordsee-Befahrensverordnung (Wolfhard Baader)
- Verordnungstext (externer Link - recht.bund.de)
Ostsee
Die Ostsee unterscheidet sich in vielen Punkten von der Nordsee. Als flaches Binnenmeer besitzt sie nur einen geringen Salzgehalt und kennt keine Gezeiten oder Gezeitenströme. Dafür prägen Förden, Bodden, Schären, Steilküsten und weitläufige Insellandschaften das Revier. Gerade diese Vielfalt macht die Ostsee zu einem der beliebtesten Paddelreviere Europas.
Naturschutzgebiete an der Ostsee
Auch an der Ostseeküste gibt es zahlreiche Naturschutzgebiete, in denen besondere Befahrensregelungen gelten. Sie dienen vor allem dem Schutz störungsempfindlicher Brut- und Rastvögel sowie wertvoller Flachwasserbereiche.
Die Regelungen unterscheiden sich je nach Schutzgebiet. Während einige Bereiche ganzjährig nicht befahren werden dürfen, gelten in anderen Gebieten zeitlich befristete Sperrzonen oder besondere Abstandsregelungen.
Nationalparks in Mecklenburg-Vorpommern
Zone 1
Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft (Darß bis Westrügen), im Nationalpark Jasmund (Kreideküste Ostrügens) sowie in der Zone 1 des Biosphärenreservats Südost-Rügen ist das Befahren ausschließlich in den ausgewiesenen Fahrwassern erlaubt.
Zone 2
In den Zonen 2 ist das Befahren für nicht durch Maschinenkraft angetriebene Fahrzeuge auch außerhalb der ausgewiesenen Fahrwasser erlaubt. An einzelnen Strandabschnitten des Strelasunds sowie des Biosphärenreservats Südost-Rügen ist jedoch Abstand vom Ufer zu halten; dort ist das Anlanden nicht gestattet.
Betreten der Schutzgebiete
In den Zonen 1 der Nationalparks und des Biosphärenreservats darf das Gebiet nur auf den ausgewiesenen Wegen betreten werden. Eine Ausnahme bildet der Strandabschnitt unterhalb des Kreidekliffs im Nationalpark Jasmund zwischen Sassnitz und Lohme. Dort ist das Betreten des Strandes erlaubt, das Anlanden mit dem Seekajak jedoch nicht.

Zu Gast im Lebensraum der Wildtiere.
Robben, Seehunde und unzählige Vögel teilen sich mit uns das Revier. Wer Abstand hält, sich ruhig verhält und Liegeplätze meidet, schützt die Tiere – und das Privileg, sie überhaupt erleben zu dürfen.
Diese Rücksicht ist Teil unseres Selbstverständnisses und unserer Charta: Das lebendige Meer ist kein Sportgerät, sondern unser gemeinsames Anliegen.